Dr. Florian Rauser

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Dr. Florian Rauser

Florian Rauser wurde 1982 in Ratingen geboren. Von 2001 bis 2007 studierte er Physik an der Universität Marburg und der Queensland University of Technology. Von 2007 – 2010 promovierte er am Max-Planck-Institut / Universität Hamburg. Er war Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes und erhielt für seine Dissertation als beste Klimadoktorarbeit im deutschsprachigen Raum 2011 den »Wladimir-Peter-Köppen-Preis für Klima- und Erdsystemforschung.« In der Begründung der Jury heißt es: „Florian Rauser liefert einen fundamentalen Beitrag zur Abschätzung der Zuverlässigkeit von Modellen im Bereich der geophysikalischen Strömungsdynamik. Seine Arbeit ist daher nicht nur methodisch, sondern auch wissenschaftlich sehr innovativ.“ 2010 gründete er, gemeinsam mit Sebastian Sonntag, das weltweite Nachwuchswissenschaftlernetzwerk »YESS (Young Earth System Scientists).« 2011 bis 2012 arbeitete er am fünften Sachstandsbericht des IPCC (Kapitelwissenschaftler für das Kapitel zur Evaluierung von Klimamodellen). Seit 2013 übernimmt er die Koordination des deutschlandweiten Forschungsprogramms zu Fragen von Wolken und Niederschlag im Klimasystem HD(CP)2 (High Definition Clouds and Precipitation for Climate Prediction). Seit 2011 ist er zudem wissenschaftlicher Beirat von klimafakten.de.

Dr. Florian Rauser ist am Deutschen SchauSpielHaus Hamburg als Experte sowie als wissenschaftlicher Berater bei der »Welt-Klimakonferenz« von Rimini Protokoll beteiligt.



DREI FRAGEN AN FLORIAN RAUSER:

>> Wann und wie kamen Sie das erste Mal mit dem Thema Klimaänderungen in Berührung?

Das erste Mal in Kontakt mit dem Thema Klimawandel kam ich durch die Bücher des Club of Rome (besonders »Faktor Vier,« 1995), noch in der Schule. Das Interesse hat mich nie mehr losgelassen, mein erster entsprechender Vortrag war dann ein Seminar über den World Summit 2002 in Johannesburg bei der Studienstiftung des deutschen Volkes.


>> Wenn Sie für einen Moment absolute Vollmacht und Handlungsfreiheit hätten, was würden Sie tun / verlangen, hinsichtlich der sich abzeichnenden Klimaveränderung?

Trotz bestehender Frustration über die Geschwindigkeit des UN Klimaprozesses, würde ich den derzeitigen Prozess weiter vorantreiben und versuchen, den schon existierenden Vorschlägen und Steuerungsmethoden (CO2 Steuer) mehr Gehör zu verschaffen. Da es nicht eine ideale Strategie gibt und nur die Einbindung aller Beteiligten eine wirklich nachhaltige Lösung produzieren kann, ist es notwendig, ausgehend vom UN-Prozess einen wirklich nachhaltigen, globalen, rationalen und effizienten Entscheidungsmechanismus zu installieren, der allen Parteien gleichermaßen Einflussmöglichkeiten gewährt und trotzdem entscheidungsfähig bleibt (also kein System der Einstimmigkeit).


>> Wie sieht Hamburg in 50 Jahren aus?

Diese Frage ist nur hochspekulativ zu beantworten, wenn man bedenkt, dass sich Hamburg vor 50 Jahren noch vom Zweiten Weltkrieg erholte, man noch in DM bezahlte und im Kalten Krieg in der BRD zum Westblock gehörte. In einer ideal verlaufenden Welt, ist Hamburg in 50 Jahren politisch, wirtschaftlich und kulturell eingebunden in ein dezentrales Europa der Regionen, hat durch mutige Entscheidungen eine Vorreiterrolle für effizienten öffentlichen Nahverkehr übernommen und eine Integration von Individualverkehr und Massentransit befördert, und ist im globalen Netzwerk von Städten und Regionen für nachhaltige Entwicklung aktiv auf dem Weg zu einer Wirtschaftsordnung, die nicht mehr auf günstigen fossilen Brennstoffen basiert. Hamburg ist dann wirklich Tor zur Welt, hat sich über langfristige Elbentwicklung an die Gefahren eines erhöhten Meeresspiegel gut angepasst und eine Lösung für die derzeitig zunehmende Einkommensungleichheit und die fortschreitende Automa-tisierung von Arbeit gefunden. Zudem ist in der gleichen idealen Welt in 50 Jahren die Elbphilharmonie ein jahrzehntealtes, weltbekanntes Kulturzentrum, der Stadtentwicklungssprung über die Elbe gelungen und der HSV immer noch nicht abgestiegen.

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