Dr. Freja Vamborg

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Dr. Freja Vamborg

Freja Vamborg ist in Schweden geboren und aufgewachsen. Mit 17 ist sie nach Frankreich gezogen. Es sollte eigentlich nur ein Austauschjahr werden, aber seitdem lebt sie im Ausland. Sie hat in Cambridge, England, einen Bachelor in Mathematik absolviert. Zu diesem Zeitpunkt hat sie beschlossen, dass sie sich sehr gerne mit der Klimafrage auseinandersetzen möchte. Ihr Weg zur Klimamodellierung war nicht ganz geradlinig, da sie sich bei jedem neuen Scheideweg die Frage gestellt hat, ob sie eher in eine wissenschaftliche oder politische Richtung gehen möchte.
Deswegen hat sie verschiedene Praktika z. B. bei der Europäischen Kommission und bei einer NGO (Carbon Disclosure Project) absolviert. Dort hat sie gesehen, dass sie doch gerne zuerst ein naturwissenschaftliches Verständnis für diese Frage entwickeln möchte. Dies hat dann dazu geführt, dass sie an der University of East Anglia in England einen Master in „Climate Change“ gemacht hat. Danach war sie kurz beim British Antarctic Survey, wo sie Krill- und Fischbestände modelliert hat. Und dann, im November 2007, ist sie am MPI für Meteorologie in Hamburg gelandet, wo sie zuerst promoviert hat und heute als Projektmanagerin für die BMBF-Fördermaßnahme „Mittelfristige Klimaprognosen“, kurz MiKlip, arbeitet.

Dr. Freja Vamborg wirkt am Deutschen SchauSpielHaus Hamburg in der Spielzeit 2014-15 als Expertin bei der »Welt-Klimakonferenz« von Rimini Protokoll mit.


>>> Wann und wie kamen Sie das erste Mal mit dem Thema Klimaänderungen in Berührung?

Kurz nach Weihnachten 1999 wurde Westeuropa von einem ungewöhnlich starken Sturm getroffen. Als ich zwei Wochen nach dem Sturm nach Westfrankreich zurückkehrte, wo ich damals ein Austauschjahr absolvierte, waren viele Menschen immer noch ohne Strom, Häuser waren teilweise zerstört und Bäume wie Dominosteine der Reihe nach umgefallen. Die Folgen dieses Sturmes haben mir zum ersten Mal gezeigt, wie abhängig wir vom Klima sind und dass der Klimawandel auf jeden Fall eine Umstellung mit sich bringen wird. Ab diesem Zeitpunkt haben mich Fragestellungen zum Klimawandel interessiert und sehr beschäftigt.


>> Wenn Sie für einen Moment absolute Vollmacht und Handlungsfreiheit hätten, was würden Sie tun / verlangen, hinsichtlich der sich abzeichnenden Klimaveränderung?

Meiner Meinung nach können wir den Ausstoß von Treibhausgasen nur reduzieren, indem wir unsere Lebensweise sehr drastisch umstellen – ein bisschen häufiger Fahrrad statt Auto fahren reicht eben nicht aus, auch wenn ich mir wünschte, dass es so wäre. Einige Vorschläge gibt es ja schon, wie man das umsetzen könnte, z. B. mit einem personengebundenen Kohlenstoffsteuer (ob dies dann wirtschaftlich tragbar wäre, ist eine ganz andere Frage!).


>> Wie sieht die Welt in 50 Jahren aus?

Ich würde so gerne schreiben können, dass wir dann eine demokratische Weltordnung haben, in der alle Konflikte auf diplomatischem Weg gelöst werden können (ich bin gegen Waffen und bewaffnete Konflikte ziemlich allergisch). Aber mit dem Jahr 2014 als Anfangsjahr dieser Spekulation bin ich diesbezüglich eher pessimistisch. Und daher glaube ich nicht unbedingt, dass der Klimawandel meine Wünsche unterstützen wird, sondern das Ganze eher noch anspitzen wird.

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