Kenneth Gbandi

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Kenneth Gbandi

Er ist einer, der sich nicht damit begnügt, die weit verbreitete Diskriminierung von Afrikanern in Deutschland zu beklagen, sondern der sich engagiert, Missstände zu bekämpfen. So gab für Kenneth Gbandi die fehlende Präsenz von Menschen aus Afrika in der Berichterstattung der Medien den Ausschlag, das Magazin »African Heritage« aufzulegen. „80 bis 90 Prozent der Berichterstattung über Afrikaner ist einseitig“, beschreibt der 1968 im Südosten von Nigeria geborene Herausgeber des Magazins die Praxis der deutschen Medien. Reporter und Moderatoren mit afrikanischen Wurzeln vermisst Gbandi auch im Fernsehen. Seine Antwort darauf ist die Sendung »Africa Outlook TV« bei Tide Hamburg TV. 2004 begann der Hobbykoch mit der Organisation der Veranstaltungsreihe »Miss Africa Deutschland« und mit der Vergabe des »KAM Awards«. Der Preis wird an Menschen vergeben, die ein positives Bild des afrikanischen Kontinents vermitteln. Zurzeit sind beide Veranstaltungen aufgrund der Wirtschaftskrise ausgesetzt, weil den Sponsoren das Geld fehlt. Eine Fortsetzung ist aber fest geplant. Die gewonnene Zeit hat Gbandi für neue Aktivitäten genutzt. Er wurde Mitglied des Hamburger Integrationsbeirats, ist Sprecher von dessen Gruppe Antidiskriminierung. Und der Journalist hat 2011 seinen Magister im Fach Friedensforschung gemacht. Dafür ist er an die Uni Hamburg zurückgekehrt, an der er vor Jahren ein Geografiestudium begann, das er aber im Gegensatz zu seinem Geografiestudium in Nigeria nicht abgeschlossen hat.

Kenneth Gbandi ist am Deutschen SchauSpielHaus Hamburg als Experte bei der »Welt-Klimakonferenz« von Rimini Protokoll beteiligt.


DREI FRAGEN AN KENNETH GBANDI:

>> Wann und wie kamen Sie das erste Mal mit dem Thema Klimaänderungen in Berührung?

Als Absolvent für Geografie und Regionalplanung ist die Frage des Klimawandels eine meiner wichtigsten Bereiche seit meinen Uni-Zeiten.


>> Wenn Sie für einen Moment absolute Vollmacht und Handlungsfreiheit hätten, was würden Sie tun / verlangen, hinsichtlich der sich abzeichnenden Klimaveränderung?

Einen verbindlichen „transFair“ von Solartechnik in die Länder Afrikas, um den Einsatz von Kohle-Energie zu reduzieren.


>> Wie sieht die Welt in 50 Jahren aus?

Der größte Teil der Küsten und Inseln wird verschwinden. Der Tropenwald wird auch verschwinden und der Druck auf die Bevölkerung in Entwicklungsländern wird sich durch das schnelle Verschwinden von bewohnbarem Raum intensivieren. Wachsende Bevölkerung und begrenzte Ressourcen werden Krise auf Krise auslösen. Schnelles Handeln ist gefragt.

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