Klaus Milke

Zurück zur Übersicht

Klaus Milke

Jahrgang 1950. Lebt mit seiner Frau in Hamburg-Harburg. Diplom Kaufmann mit Zusatzstudium in Soziologie und Politikwissenschaften in Münster, frühe Erfahrungen als kaufmännischer Leiter eines mittelständischen Unternehmens. Heute freiberuflich tätig in entwicklungs- und umweltpolitischer Beratungsarbeit. Ab 1979 Orientierung in der entwicklungspolitischen Arbeit, u. a. bei der Arbeitsstelle Entwicklungspolitik am Institut für Politikwissenschaft in Münster und beim Aufbau der Schulden-Netzwerkarbeit in Deutschland bis hin zur Erlassjahr-Kampagne und Erlassjahr.de (1986 - 2002).
Mitbegründer und zur Zeit Vorstandsvorsitzender von Germanwatch, einer seit 1991 existierenden deutschen Nichtregierungsorganisation, die eine Querverbindung zwischen nord-süd-, umwelt- und menschenrechtspolitischen Themen herstellt. Ebenfalls Initiator und Vorsitzender der Germanwatch-nahen Stiftung Zukunftsfähigkeit in Bonn, die die Nachhaltigkeitsdebatte in Deutschland vorwärts zu treiben versucht. Gleichfalls ist er Mitinitiator und Beiratsvorsitzender von atmosfair, einem Klimaschutz-Handlungsangebot für unverzichtbare Flüge. Er entwickelt darüber hinaus spezifische Dialogprogramme mit der Wirtschaft (vor allem zu Energie- und Klimafragen, zu Unternehmensverantwortung und zu Fragen des Sustainable Investment).

Klaus Milke ist am Deutschen SchauSpielHaus Hamburg als Experte bei der »Welt-Klimakonferenz« von Rimini Protokoll beteiligt.


DREI FRAGEN AN KLAUS MILKE:

>> Wann und wie kamen Sie das erste Mal mit dem Thema Klimaänderungen in Berührung?

Bereits in meinem Chemie-Unterricht im Gymnasium in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts. Da sprach ein weitsichtiger Lehrer von den Massen an CO2, die im Wirtschafswunder und Kohle- und Ölzeitalter in die Atmosphäre gejagt wurden. Das gab mir zu denken. Das Thema hat mich später wieder eingeholt…


>> Wenn Sie für einen Moment absolute Vollmacht und Handlungsfreiheit hätten, was würden Sie tun / verlangen, hinsichtlich der sich abzeichnenden Klimaveränderung?

Ich würde ein Kohleausstiegsprogramm für Deutschland etablieren, um damit anderen Ländern in der Welt zu zeigen, dass man sich nach dem Atomausstieg auch schnellstmöglich aus den fossilen Energien verabschieden kann. Zusätzlich würde ich die Klimaverhandlungen in Paris zu einem erfolgreichen Ergebnis führen, so dass das 2-Grad-Limit eingehalten und gleichzeitig den meistbetroffenen Ländern und Menschen zukunftssichernd geholfen wird.


>> Wie sieht die Welt in 50 Jahren aus?

In 50 Jahren muss sich ständig der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mit den schrecklichen Konsequenzen aus Extremwettereignissen auf dem Globus auseinandersetzen: das sind wachsende Flüchtlingsbewegungen, militärische Konflikte um Wasser, Flüsse, Lebensmittel und Böden… Hamburg hat bei wachsender Tendenz mit 500 000 Flüchtlingen zu tun – Wilhelmsburg wird zur schwimmenden Stadt erklärt – die Deiche werden ständig erhöht.

Archiv