Anatomie eines Suizids

von Alice Birch
Deutsch von Corinna Brocher
/ Repertoire

Premiere 17/10/2019

SchauSpielHaus

Dauer: Zwei Stunden. Keine Pause.

Clara liebt das Leben nicht. Es kostet sie die größte Mühe, einfach nur zu existieren, doch niemand hat Verständnis für ihre dunkle Verzweiflung. Ist sie nicht schön? Geht es ihr nicht gut? Hat sie nicht alles, worum die meisten sie beneiden? Woher also kommt die Depression? Als sie eine Tochter zur Welt bringt, verspricht sie dieser, so lange am Leben zu bleiben, wie es ihr irgend möglich ist. Doch die Krankheit lässt sie nicht los.
Jahre später. Anna gelingt es kaum besser, sich in der Welt zurechtzufinden. Sie sucht Zuflucht in Drogen und exzessiven Lebensformen, bis auch sie einer Tochter das Leben schenkt. Doch ihre Schwermut bleibt und führt sie bald in die gleiche Katastrophe wie die Mutter. Wieder einige Jahre später. Bonnie, inzwischen erwachsen, wehrt sich entschieden und mit aller Kraft gegen dieses scheinbar unausweichliche Erbe. Sie trifft eine radikale Entscheidung, die dem wiederkehrenden Schicksal ein Ende bereiten soll.

Die britische Autorin Alice Birch erzählt die Geschichte dreier Frauengenerationen in einer dramaturgisch raffinierten Anordnung: Die Handlungsstränge finden simultan auf der Bühne statt, während sich die drei Protagonistinnen jeweils in ihrer eigenen Zeitzone befinden. Das den weiblichen Blick fokussierende Stück ist wie eine Fuge komponiert, in dem Themen und Motive in den einzelnen Erzählungen hinterlassen und variiert werden und sich den Frauenfiguren einschreiben wie die Depression ihrer DNA, der scheinbar nicht zu entkommen ist.

VIDEOINTERVIEW:
Sehen Sie hier die drei Hauptdarstellerinnen Julia Wieninger, Gala Othero Winter und Sandra Gerling im Interview zur Inszenierung.

EINFÜHRUNG & PUBLIKUMSGESPRÄCH:
Vor der Vorstellung am 27/1 laden wir Sie eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn zu einer kostenlosen Stückeinführung im MarmorSaal ein (keine Anmeldung erforderlich, begrenzte Platzkapazität).

Im Anschluss an die Vorstellung am 20/12 findet ein Publikumsgespräch mit dem Ensemble und der Psychoanalytikerin Mercedes Dohrn-van Rossum statt. Moderation: Elisabeth Burchhardt. Eintritt frei.

HIER GILT DER FerienPass!
Bei der Vorstellung am 20/12 erhalten Sie mit dem FerienPass SchauSpielHaus 50% Rabatt auf den regulären Kartenpreis. Mehr Infos zum Ferienpass…

Aufführungsrechte Rowohlt Theater Verlag

Fotos: Stephen Cummiskey

Es spielen: Sandra Gerling, Paul Herwig, Josefine Israel, Christoph Jöde, Ruth Marie Kröger, Tilman Strauß, Michael Weber, Julia Wieninger, Gala Othero Winter Kind: Tikki Thöne, Sonja Weißer Regie: Katie Mitchell Regiemitarbeit: Lily McLeish Bühne: Alex Eales Kostüme: Clarissa Freiberg Licht: James Farncombe Komposition: Paul Clark Musik: Melanie Wilson Original Sound Design: Melanie Wilson Sounddesign: Donato Wharton Tontechnik: André Bouchekir, Roman Schneider Dramaturgie: Sybille Meier Stage Management: Lawrie McLennan Videotechnik: Alexander Grasseck, Peter Stein Tiertrainerin: Daniela Roock

Die Uraufführung »Anatomy of a Suicide« von Alice Birch in der Regie von Katie Mitchell fand 2017 am Royal Court Theatre, London, statt.

Pressestimmen

NDR Kultur

„Alice Birch hat ein kluges, trauriges und poetisches Stück geschrieben, das Katie Mitchell präzise und mit nahezu perfektem Timing inszeniert. Dadurch kommt man den drei Frauen, eindringlich gespielt von Julia Wieninger, Gala Winter und Sandra Gerling, sehr nah. Ein beeindruckender Abend, berührend, anstrengend, aber unbedingt sehenswert.“

Die Welt

[...] „Jeder Zuschauer ist aufgefordert, sich im Kopf durch einen individuellen Aufmerksamkeitsfokus sein eigenes Stück zusammenzubauen. Das kommt [...] ohne technisch hochgezüchtete Theatermittel aus und vertraut ganz auf das intensive Spiel seiner elf Darsteller.“

Hamburger Abendblatt

„Das Ensemble ist auf allen Positionen fabelhaft. […] Dabei ist die Struktur nicht nur klug vorgegeben, sondern meisterhaft gelöst: Die Verflechtung, die Präzision, die Simultanität.“

Hamburger Morgenpost

„[…] So ist die Inszenierung aufgrund des Themas keine Spaßveranstaltung – aber die Bühnenkunst mitzuerleben ist eine wahre Freude.“

Deutschlandfunk Kultur

„Die Geschichte würde in jedem Fall an die Nieren gehen. Alice Birch und Katie Mitchell erzählen die drei Generationen obendrein aber parallel, und zwar derart konsequent, dass sich die Teile der Leidens-Fabel überlappen - Dialoge, Sätze, ja sogar einzelne Worte kunstvoll an- und ineinander montiert und geschnitten werden.“

Szene Hamburg

„Jeder Zuschauer stellt sich seinen eigenen 105-minütigen Abend zusammen, je nachdem, wo man mit der Aufmerksamkeit verweilt. Durch dieses sich gegenseitig ins Wort fallen der Spieler ist die Aufführung gewöhnungsbedürftig und anspruchsvoll, aber aufgrund des perfekten Timings extrem an- und aufregend.“

Alle Pressestimmen zeigen

Alle Pressestimmen zeigen

Empfehlungen